Kleine Anfrage: Stundentakt und Fahrplan auf der künftig elektrifizierten Allgäubahn

Kleine Anfrage

des Abg. Raimund Haser CDU

 

 Stundentakt und Fahrplan auf der künftig elektrifizierten Allgäubahn

 

Ich frage die Landesregierung:

 

  1. Wie kommen die Bauarbeiten im württembergischen Teil der Allgäubahn voran?

  2. Wann ist mit einer Inbetriebnahme der elektrifizierten Gesamtstrecke und einem entsprechenden Fahrplanwechsel zu rechnen?

  3. Inwiefern stimmen die bislang bekannten Kosten mit den Planansätzen überein?

  4. Ist – wie stets versprochen – mit der Elektrifizierung auch die Rückkehr zu einem dauerhaften, also sowohl werktags wie am Wochenende und das ganze Jahr über verkehrenden Stundentakt geplant und sind die dafür notwendigen Verkehre bestellt und im Budget für den Schienenpersonennahverkehr einkalkuliert?

  5. Trifft es zu, dass Bayern bereits einen täglichen Stundentakt für die Allgäubahn zwischen München und Lindau bestellt hat, das Land Baden-Württemberg sich aber weigert, den Stundentakt am Wochenende zu bestellen und mitzufinanzieren?

  6. Sofern 5. zutrifft - worin besteht dann genau der Vorteil der Elektrifizierung für die von den Bauarbeiten, Sperrungen, Ersatzverkehren und sonstigen Beeinträchtigungen in der Bauphase betroffenen Bürgern der Anliegergemeinden und –Städte, wenn der Fahrplan hinterher keine wesentliche Verbesserung beinhaltet?

  7. Sofern 5. zutrifft - wie ist dies mit den Zielen des Ministeriums für Verkehr „Verkehrswende auch im Ländlichen Raum“ und „Umstieg vom Auto auf die Schiene“ vereinbar?

 

19.02.2020

Haser CDU

 

Begründung

 

Das größte Bahnprojekt im Allgäu seit 100 Jahren - die Elektrifizierung der Süd- und Allgäubahn – ist in vollem Gange und bringt damit zahlreiche Verbesserungen für die Fahrgäste im Süden des Landes. Das wird auch höchste Zeit – die Beeinträchtigungen der letzten Jahre durch die Bauarbeiten war für die Anliegergemeinden an der Grenze des Zumutbaren. Im Gegenzug hofft die Region auf eine schnellere Anbindung an die Zentren München, Zürich und Stuttgart und setzt dabei vor allem auf die Rückkehr zum Stundentakt. Die Kleine Anfrage soll klären, ob die hierfür notwendigen Verkehre rechtzeitig bestellt werden.

Nach Informationen aus Expertenkreisen weigert sich das Verkehrsministerium im Moment, die notwendigen Verkehre im Abschnitt Lindau-Memmingen auch am Wochenende zu bestellen. Sollte es nicht gelingen, bis April 2020 für den neuen Betreiber Planungssicherheit herzustellen, wird es für die Fahrgäste auf absehbare Zeit am Wochenende weiterhin einen unzumutbaren Zwei-Stunden-Takt zwischen Lindau und Wangen sowie Leutkirch und Memmingen geben.

Nur mit einem attraktiven, zeitgemäßen öffentlichen Nahverkehr kann es gelingen, die Menschen auch im Ländlichen Raum – wo in der Regel ja längere Anfahrtswege in Kauf genommen werden als in städtischen Gebieten – von einem Wechsel vom Auto auf die Schiene zu überzeugen.

 

 

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